Corona-Pandemie, der zweite Winter. Mein Vater – Prokurist, Vertriebsleiter, Leiter Privatkunden bei der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück eG, damals noch ungefähr fünf Jahre vor der Rente – musste von einem auf den anderen Tag Mitarbeitende führen, die nicht vor Ort in den Geschäftsstellen waren, sondern von zu Hause aus arbeiteten. Nichts daran war geplant. Die Beschwerden meines Vaters ließen nicht lange auf sich warten: Das sei nicht mehr das, was es war. Homeoffice sei ineffizient, unproduktiv. Tauge einfach nichts.
Ich war skeptisch, ob das Problem wirklich am Arbeitsort lag. Mein Verdacht war, dass es eher an der Führung liegt, aber das war eine Vermutung und keine Antwort. Also wollte ich herausfinden, was eine gute Führungskraft in genau diesem Setting ausmacht und woran es tatsächlich hakt. Aus der Frage am Küchentisch wurde ein Promotionsprojekt.
Am Ende ist daraus eine größere Frage geworden als die nach dem Homeoffice. Vielmehr entstand daraus die Frage: Was passiert mit Führung, wenn Technologie zwischen Menschen tritt? Im ersten Schritt Videokonferenzen wie Zoom, dann Online-Kollaborationstools wie Microsoft Teams und letztlich fortschrittliche digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) oder Metaverse-Anwendungen. Und am Ende die Frage: Was bleibt trotz technologischer (Unterstützungs-)Möglichkeiten Aufgabe des Menschen?
Die Antworten auf diese Fragen folgen nach der Verteidigung der Dissertation!