Über mich

Ich bin Christian – und ich glaube, dass Technik selten das Problem ist.

Das Problem ist die Lücke zwischen dem, was Technologie könnte, und dem, was Menschen daraus machen. Genau dort arbeite ich – in der Forschung, im Hörsaal und in Projekten. Wer ich bin, was mich geprägt hat und welche sechs Stärken ich mit Belegen unterlegen kann, steht hier. Zahlen und Stationen finden Sie unter Erfahrung.

Porträt: Christian Tuschner
Der Mensch dahinter

Wer ich bin – und was mich antreibt.

Meine Geschichte in acht Kapiteln.

Abschluss
M.Sc. Wirtschaftsinformatik
Jahrgang
1993
Zuhause
Hackenheim bei Bad Kreuznach
Sprachen
Deutsch · Englisch
  1. Woher ich komme

    Aufgewachsen und heute zu Hause in Hackenheim bei Bad Kreuznach – zwischen Weinbergen und der A61, von wo aus Rhein-Main, Rhein-Neckar, Koblenz und Kaiserslautern alle in Reichweite liegen. Mit 17 saß ich zum ersten Mal in einer Redaktion, und die Lokalsportseite der Rhein-Zeitung hat mich elf Jahre lang nicht mehr losgelassen. Sonntags hieß es Kreisliga und A-Klasse, Text am selben Abend, Montagmorgen in der Zeitung. Wer das elf Jahre macht, neben Schule, Studium und Beruf, lernt zwei Dinge fürs Leben: genau hinschauen und das Wesentliche so aufschreiben, dass es jemand um sieben Uhr beim Frühstück versteht.

  2. Wo ich hingehöre

    Überall dort, wo neue Technologie auf einen alten Arbeitsalltag trifft und noch niemand gesagt hat, wie beides zusammenpasst. Zwischen Geschäftsführung und Sachbearbeitung, zwischen IT und Fachbereich, zwischen dem Konzept auf der Folie und dem Montagmorgen im Büro. In der Bank habe ich das zum ersten Mal erlebt: ein neues Dokumentenmanagement, ein Scan-Team, das es vorher nicht gab, und Kolleginnen und Kollegen, die seit zwanzig Jahren mit Papier gearbeitet hatten. Seitdem weiß ich, dass sich Digitalisierung nicht im Projektplan entscheidet, sondern am Schreibtisch nebenan.

  3. Wie ich arbeite

    Ich bin jemand, der auf Menschen zugeht. Und ja, ich rede gerne – am liebsten mit allen, die ein Projekt betrifft, vom Entscheider bis zur Sachbearbeitung. Wer nur mit einer Seite spricht, kennt nur die halbe Geschichte. Mein Ablauf im Berufsleben ist immer derselbe: erst zuhören und fragen, dann sortieren, dann eine Struktur auf den Tisch legen, hinter der die Beteiligten stehen können – und dann loslegen. Was ich schlecht vertrage, sind Endlosschleifen ohne Entscheidung.

  4. Was ich mitbringe

    Fünf Jahre Forschung an der Universität Koblenz dazu, was Digitalisierung und KI mit Führung und Zusammenarbeit machen – Dissertation eingereicht. 61 Interviews mit Führungskräften und Experten, die mir ehrlich erzählt haben, woran es hakt. Eine Teilprojektleitung mit Zeit, Ressourcen und Budget. Die akademische Leitung eines MBA-Schwerpunkts. Und elf Jahre Sportredaktion, in denen der Text sonntagabends fertig sein musste – egal, was der Tag sonst gebracht hatte.

  5. Wie ich bin

    Ich sage, was ich denke – freundlich, aber deutlich. Ich frage lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Ich bin ehrgeizig und ein bisschen perfektionistisch, aber pragmatisch, wenn es ums Ergebnis geht. Humor und Spaß bringe ich mit, auch in die dritte Stunde des Workshops. Ich halte, was ich zusage, und erwarte das auch von anderen. Und ich bin loyal gegenüber meinem Team, auch wenn es unbequem wird.

  6. Was nicht zu mir passt

    Folien, die nie jemand umsetzt. Digitalisierung als reines IT-Projekt. Meetings ohne Entscheidung. Führung, die nur aus Kontrolle besteht.

  7. Was Sie von mir haben

    Jemanden, der Forschung, Lehre und Praxis zusammenbringt und dabei nicht wie ein Elfenbeinturm klingt. Der Komplexität reduziert, statt sie zu verwalten. Der die Leute mitnimmt, die am Ende mit der Technik arbeiten müssen, denn ohne sie ist das beste System nichts wert. Und der am Ende eines Projekts lieber einen anderen Arbeitsalltag vorweist als eine Abschlusspräsentation.

  8. Was mich auflädt

    Guter Kaffee, ehrliches Feedback und Menschen, die etwas verändern wollen. Fußball – im Stadion, vor dem Fernseher und am liebsten bei der Nationalmannschaft, die unter Jürgen Klopp wieder Hoffnung auf Europa- und Weltmeistertitel macht –, beim Laufen und Radfahren durch die Weinberge, im Winter auf Skiern seit dem dritten Lebensjahr und am Herd, Italienisch zuerst. Familie ist nicht verhandelbar. Über alles Weitere geben die sechs Dinge und vier Stationen unten Auskunft – die in keinem Lebenslauf stehen.

Sechs Dinge, die nicht im Lebenslauf stehen
  • Meine Dissertation ist über weite Strecken abends und an Wochenenden entstanden, neben einer vollen Lehrverpflichtung – ich weiß, wie sich ein Marathon mit Vollzeitjob anfühlt.
  • Dreieinhalb Wochen in Ruanda haben mir mehr über Führung beigebracht als manches Lehrbuch: Kontext schlägt Konzept.
  • Seit zwei Jahren lebt ein Labrador bei mir. Er bringt mich trotz allem Lehrbuchwissen über Führung regelmäßig an meine Grenzen – und lässt mich jeden Tag neu hinterfragen, was Führen eigentlich heißt.
  • Früher Tag ein, Tag aus Fußball-Manager-Spiele von EA und SEGA – dort habe ich zum ersten Mal verstanden, was Führung und Management im (e-)Sport ausmacht. Fußballfan mit Sinn für Details bin ich geblieben.
  • Ich reise gern – Afrika, Asien, Amerika, wohin auch immer – und bin dabei meist der Reiseführer für Familie und Freunde: Route planen, die Gruppe zusammenhalten, Plan B parat haben, wenn der Bus nicht kommt. Führung im Kleinen, ohne Organigramm.
  • Zu Hause bastle ich an einem Smart Home und habe einen eigenen Heimserver (NAS) mit Docker-Containern aufgebaut – beides erinnert mich regelmäßig daran, dass Technik nur so gut ist wie ihre Einbindung in den Alltag.

– Christian

Vier Stationen, die meinen Blick auf Führung geprägt haben

  1. Stilisierte Taktiktafel mit Aufstellung
    2007 – 2020
    Fußball-Manager-Zeit

    Erste Führungserfahrung, als Jugendlicher am Bildschirm: virtuelle Profis, echte Kabinenkrisen. Gelernt: Ein Star ersetzt kein Team.

  2. Titelblatt der eingereichten Dissertation
    2022 – 2026
    Dissertation

    Mein Vater fand, Führen aus dem Homeoffice tauge nichts. Ich hielt dagegen: Es liegt an der Führungskraft, nicht am Ort. 61 Interviews später weiß ich, wie groß die Frage ist.

  3. Christian Tuschner beim Wandern im Regenwald in Ruanda
    2023
    Ruanda

    Dreieinhalb Wochen Kigali. Meine Führungstheorien kamen mit im Koffer – ausgepackt habe ich vor Ort ganz andere.

  4. Labrador Rio sitzt auf einer Wiese vor Weinbergen
    2024 – heute
    Labrador Rio

    Mein anspruchsvollster Mitarbeiter: hört nur, wenn er will, verhandelt mit Blicken – und gewinnt meistens. Führung, täglich neu.

Fotos privat. Die Taktiktafel ist eine KI-erstellte Illustration (gekennzeichnet gemäß EU AI Act).

Sechs Stärken

Sechs Stärken – jede mit Beleg

01

Komplexes strukturieren

59 Publikationen aus zwei systematischen Literaturübersichten und 61 Interviews mit Führungskräften und Experten zu einem Modell verdichtet, das Herausforderungen, Führungsverhalten und Technologie-Affordanzen zusammenführt.

02

Überzeugend kommunizieren

Auf Augenhöhe mit Top-Management: 36 Führungskräfte bis C-Level per Direktansprache für ein Interview gewonnen. Elf Jahre Zeitungstexte unter Termindruck, Publikationen auf ECIS und HICSS.

03

Wissen vermitteln

Seit 2021 Lehre für bis zu 300 Studierende pro Modul und 30–40 Berufstätige und Führungskräfte pro MBA-Modul; in der Bank Einarbeitung neuer Mitarbeitender und Präsentationen.

04

Verantwortung übernehmen

Teilprojektleitung GameLOAP mit Zeit-, Ressourcen- und Budgetsteuerung (ein Mitarbeitender, eine Hilfskraft); maßgeblich am Aufbau des Scan-Teams der Volksbank beteiligt; Editor des Uni-Journals „Junges Forschen“.

05

Durchhalten und sich selbst organisieren

Dissertation mit fünf Studien in vier Jahren neben voller Lehrverpflichtung; elf Jahre Wochenendjournalismus neben Schule, Studium und Job.

06

Technik verstehen und anwenden

VBA-Investitionsplan und DMS-Einführung in der Bank, API-Schnittstelle und LLM-Chatbots im Projekt, KI-gestützte Auswertung in der Forschung – Wirtschaftsinformatik in der Praxis, nicht nur im Abschluss.

Drei Schwerpunkte

Digital Transformation, AI Adoption, Organisational Change – und warum ausgerechnet ich

01
Digital Transformation

Von innen gesehen, von außen erforscht

Drei Jahre in einer Genossenschaftsbank, mitten in der Einführung eines Dokumentenmanagements – dort zum ersten Mal erlebt, was ein Rollout mit einer Fachabteilung macht. Danach im Studium der Wirtschaftsinformatik und in der Forschung die andere Seite: wie Organisationen digitale Arbeit tatsächlich organisieren und führen, jenseits des Projektplans.

02
AI Adoption

Der Technologie in die Führungsarbeit folgen

Die letzte Studie meiner Promotion fragt, welche Führungsaufgaben KI, VR/AR und Metaverse-Anwendungen unterstützen können und wo ihre Grenzen liegen – rechtlich, organisatorisch, menschlich. Seit 2024 nutze ich generative KI selbst: in der Lehre, in einem Projekt mit LLM-basierten Chatbots und in der Auswertung, dokumentiert und reflektiert, nicht nur benutzt.

03
Organisational Change

Vom Beschreiben zum Gestalten

Die Menschenseite des Wandels ist der Kern meiner Forschung: wie Führungskräfte verteilte Teams führen, wenn Technologie dazwischen liegt. Als Leiter des MBA-Schwerpunkts „Digitalisierung“ und Dozent für Change Management und Leadership übersetze ich das für berufstätige Führungskräfte; als Teilprojektleiter habe ich es selbst umgesetzt. Der nächste Schritt: dasselbe in Organisationen tun.

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